8 Antworten

+3 Punkte
Beantwortet von (380 Punkte)
“Mein” Land wäre das Bundesland Niedersachsen.

In der BRD haben wir einen bunten Flickenteppich von Bildungssystemen, je nachdem welche Partei gerade am Ruder eines Landes ist und im jeweiligen Kultusministerium sitzt.

Das ist unser allergrößter Nachteil, dass Schüler, Lehrer und Eltern der Spielball von profilierungssüchtigen Kultusministern sind.

FГјr mich ist ein groГџer Mangel die frГјhe Trennung und Einordnung in Leistungsschubladen von SchГјlern nach dem 4. Schuljahr, die 2. Fremdsprache schon in 6. Klasse und die mehr als schlecht laufende Inklusion.
+2 Punkte
Beantwortet von (210 Punkte)

Es gibt eigentlich nur einen Hauptmangel im deutschen Bildungssystem:

Dass ich dazu gezwungen werde, es zu benutzen.

Homeschooling ist illegal und wird mit Freiheitsstrafen geahndet, wenn man sich nicht beugt. Mir sind die vielen großen Mängel und Probleme des öffentlichen Schulsystems bekannt und da ich diese nicht in Kauf nehmen möchte, würde ich gern Homeschooling betreiben. Dann wäre alles okay, so, wie in den meisten EU-Ländern und auch in vielen Ländern außerhalb der EU. Aber Deutschland ist da erstaunlich rückschrittig.

+4 Punkte
Beantwortet von (560 Punkte)
Dass jedes Bundesland sein eigenes Bildungs-SГјppchen kocht, macht es schwierig, mit Kindern in ein anderes Bundesland zu ziehen.
Dass es möglich ist, Kinder ohne Gymnasialempfehlung auf ein Gymnasium zu schicken, überfordert viele Kinder und geht zu Lasten anderer Schularten.

Dabei gibt es durchaus andere Möglichkeiten, Abitur zu machen. Zum Beispiel in der Gesamtschule oder mit Realschulabschluss und anschließendem Wechsel zum Gymnasium.
+2 Punkte
Beantwortet von (210 Punkte)

USA…ich sage nur *headdesk*

Wo fange ich an?

Schlechte Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte

In den USA ist das Studium extrem teuer. Die allermeisten Studierenden kriegen zwar Darlehen, aber diese müssen bekannterweise zurück gezahlt werden. Gesamtschulden von $50.000 nach Ende des Bachelor-Studiums (vier Jahre…oder mehr) sind an der Tagesordnung. Mehr wenn man an einer Privat-Uni studiert.

Aber eine Lehrkraft an einer Schule in den USA verdient i.d.R. nur etwa $35.000–50.000 p.a. Ach übrigens, Bachelor ist vorgeschrieben für solche Stellen. Häufig zahlen junge Lehrkräfte etwa die Hälfte ihres Einkommens allein für die Tilgung und Zinsen auf ihrem Studium.

Und hier wird es besonders geil: Wenn du Lehrkraft bist und eine Gehaltserhöhung willst, gibt es fast immer nur noch eine Möglichkeit: Studieren für ein Master’s. Was wieder viel Geld und Schulden bedeutet. Für die meisten lohnt es sich nicht.

Ach ja, in den langen Sommerferien (drei Monate in der Regel) wird man nicht bezahlt. Und in den USA gibt es fast nur Ganztagsschulen. Und Lehrkräfte werden nur für ihre Zeit im Unterricht bezahlt, nicht aber für die vielen Stunden, wo sie Klausuren, Aufsätze, Prüfungen und dergleichen korrigieren müssen, um ihre Pflichten zu erfüllen.

Das Ergebnis: Völlig übergearbeitete, gestresste, demotivierte Lehrkräfte. Die talentiertesten Menschen bleiben dem Beruf lieber fern, weil er nur Stress und kaum Belohnung mit sich bringt.

Das i-Tüpfelchen drauf: Viele Eltern arbeiten mehrere Jobs und haben keine Zeit, ihre Kinder zu erziehen — und erwarten, dass die Lehrkräfte das tun, denn schließlich „werden sie ja dafür bezahlt“.

Sinnlose Standards, die eh nicht eingehalten werden

Der Gipfel ist, der Staat in den USA strickt Lehrkräfte zunehmend zu Bildungsautomata um, die ihre Kinder für die Tests nach dem No Child Left Behind- Gesetz von Bush junior vorbereiten müssen. Die Leistung der Kinder auf diesen Tests beeinflusst, wie gut die Schule finanziert wird. Es gibt also enormen Druck von oben, teach to the test — nur der Inhalt der staatlichen Prüfungen zählt und was dadrin nicht vorkommt, ist Wumpe. Die Kinder bekommen folglich eine extrem eindimensionale Bildung.

Hinzu kommt, dass Bildung in den USA eigentlich Länder-, sogar Kommunensache ist. Wie gut die Schulen finanziert werden variiert stark von Kommune zu Kommune. Die Qualität variiert natürlich mindestens genauso viel. Die bundesweiten „Standards“, die letztendlich nur ein kahles Gerüst sind, werden dementsprechend völlig unterschiedlich ausgelegt vor Ort. Sogar Nachbargemeinden können drastische Unterschiede aufweisen.

In manchen wird im Grunde nur das Minimum unterrichtet — teach to the test. In anderen nimmt man den Bildungsauftrag ernster, und die Kinder bekommen eine viel ausgewogenere Bildung, aber auch da überragt der Test alles — sonst wird das Geld für die Schule gestrichen.

Ich selber bin in Virginia aufgewachsen und habe dort die örtliche staatliche Schule besucht. Dort wurde ich recht gut unterrichtet von engagierten Lehrkräften.

Dann zog meine Familie nach Minnesota, und der Unterschied war erschГјtternd. Ich war meilenweit vor meinen Klassenkameraden, die nicht nachvollziehen oder akzeptieren konnten, dass ein Redneck (Landei) viel besser gebildet war als sie.

Lehrer in der 8. Klasse: Kann einer mir sagen, wie man die Längen eines rechtwinkligen Dreiecks ermitteln kann?

Ich (frisch aus Virginia angekommen): Mit dem Satz von Pythagoras, [math]a^2 + b^2 = c^2[/math]

Klasse : [ lautes Staunen ] Noch nie gehört!

Ich (gedanklich): Habe ich doch in der 4. gelernt?!

Solche Erfahrungen sind leider Alltag in den USA, und während die USA die besten Unis der Welt hat, liegt das eher an den vielen Indern, Chinesen und Europäern, die die Postgraduate-Programme dort in den STEM-Fächern zunehmend dominieren, als an den Einheimischen — die mittlerweile Sonderunterricht ( remedial classes ) bekommen beim Studiumsanfang, um die erheblichen Defizite der staatlichen Schulen in manchen Bundesstaaten auszugleichen und den Studierenden eine Chance zu geben, sich dem Niveau anzupassen.

Es ist ein Trauerspiel. Ich ging nach ein paar Jahren bizarrster Erfahrungen an den staatlichen Schulen in Minnesota zu Privatschulen, und der Unterschied war wie Tag und Nacht.

Sicherheit geht vor — darf nur nix kosten

Um Kosten zu sparen, denn schließlich ist Bildung ja wohl ein Luxus, werden die Schulen in den USA immer mehr zusammen gelegt. Klassengrößen in High Schools auf dem Land sind üblicherweise gegen 500, manche kratzen an der 1.000er-Grenze. Jeder Schüler ist bloß eine Zahl.

Aber die Sicherheit! Denn Schießereien können ja vorkommen! Also lieber die Kiddies in riesige Scheunen packen mit wenigen Fenstern, mit Stacheldraht-Zäunen und Überwachungskameras, patrouilliert von bewaffneten Wächtern…nein, das ist ja kein Gefängnis, das ist eine Schule , sieht man doch.

Nur wenn die Kiddies mal durchdrehen und selber die Schießerei anzetteln wie in Columbine…wups! Das haben wir nicht kommen sehen! Erhöht die Sicherheit noch mehr! Aber bloß kein Waffenreform, denn das wäre viel zu sinnvoll. Außerdem müssen wir uns vor dem Angriff wie in Red Dawn wappnen. Oder so.

Und so weiter…

Und wir haben das Thema Berufsausbildung gar nicht erst angerissen, da sie nicht ansatzweise an das deutsche System rankommt.

Ehrlich gesagt, ich bin froh, dass meine Kinder in Deutschland zur Schule gehen. In den USA studieren? Gerne, nur zu (aber lass dich im Vorfeld umfassend informieren über Stipendien und Finanzierung!). Zur Schule gehen? Nur mit der größten Vorsicht. Ausbildung? Vergiss es.

+3 Punkte
Beantwortet von (380 Punkte)
Alles in staatlicher Hand (so gut wie)
+2 Punkte
Beantwortet von (240 Punkte)
In Deutschland, dass viel zu wenig Wissen auf viel zu komplizierter und subjektiver Art und Weise vermittelt wird.

Dass in krassen Situationen nicht hart durchgegriffen wird.

Dass Alltagsprobleme nicht behandelt werden, wie z.B. gesundes Essen, die Auseinandersetzung mit dem Islam und anderen Religionen. Diese werden ganz leicht mit Samthandschuhen angefasst.

Hat alles nichts mit finanziellen Mitteln zu tun. Man braucht dafГјr keinen Beamer und auch keine neuen Fliesen oder StГјhle/Tische, und vor 10 Jahren gab es kaum Klassen, die mehr als 25 SchГјler hatten.

Eine anonyme Lehrerbewertung wГјrde bestimmt auch helfen!
+4 Punkte
Beantwortet von (450 Punkte)
Iran hat eine ideologische Regierung. Die Regierung folgt der islamischen Ideologie. Damit wir religiöse Lektionen an der Universität und an der Schule haben, die sind verpflichtende Themen. Diese Lektionen sind nutzlos und sie sind nur die Ideologie der iranischen Regierung. Ich habe alle diese Lektionen an der Universität gelernt, obwohl ich habe Biomedizin studiert.

Die Qualität der Bildung ist nicht gut im Iran. Das gewöhnlich ist langweilige Vorlesungen von den Lehrern und Professoren. Es geben nur wenige praktische Dinge.

Die Lektionen an der Schule sind sehr schwer. Zum Beispiel, wir lernen das Integral und schwere chemische Formeln an der weiterfГјhrenden Schule.

Der Alptraum ist wenn man will zur Universität eingeben. Als weiterführende Schule vorbei ist, man sollte zur Universität eingeben. Es gibt eine Prüfung für das und die heißt “Konkur”. Konkur ist sehr schwer und jedes Jahr 1.5 Million Schüler sich beteiligen! Die weiterführende Schule ist vier Jahre im Iran. Die Materialien Konkurs sind alle Lektionen die man hat an der weiterführenden Schule studiert.

Konkur tötet die Jugendliche Frische, weil es sehr stressig ist. Die Jugendliche sollen glücklich und frisch in ihrem Alter sein!

Unser Bildungssystem produziert viele Ingenieure und Г„rzte aber viele von ihnen sind arbeitslos, weil es kein Arbeitsmarkt gibt. Damit Iran eine hoche Bewertung der Arbeitslosigkeit hat.
+5 Punkte
Beantwortet von (390 Punkte)
Mein Eindruck ist, daß in Ö zwar gerne und ausgiebig an Lehrplänen gefeilt und ellenlang darüber diskutiert wird = die seitenlangen Ergebnisse lesen sich auf den 1. Blick durchaus progressiv und zukunftsorientiert.

Auf den 2. Blick teilt sich das GefГјhl aber auf in

*) Zweifel, ob die beschriebenen Inhalte und Lehrziele im vorgesehenen StundenausmaГџ unterzubringen sind sowie

*) daß es letztlich sehr viele Gummiparagraphen sind, deren Interpretation dem Lehrer - im Grunde begrüßenswert - allerlei Freiheiten läßt, aber auch die Gewißheit, daß in der Praxis, mangels zentral verfügbarer, zeitgemäßer Lehrmaterialen (Lehrer haben nicht die Zeit sich unzählige Quellen anzusehen und zu evaluieren) nicht viel von den Ambitionen überbleibt und bei den Schülern praktisch ankommt.
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